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Workshop Lehrerbildung Informatik

Sigrid Schubert
Universität Dortmund 
schubert@cs.uni-dortmund.de
Andreas Schwill
Universität Potsdam
schwill@cs.uni-potsdam.de

Anforderungen an das Lehramt Informatik

Die Diskussion um die Greencard für ausländische Fachkräfte im IT-Bereich zeigt den großen Nachholbedarf der informatischen Bildung auf allen Ebenen der Ausbildung.

Das Lehramt Informatik existiert an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen seit mehr als 30 Jahren, wurde aber lange Zeit und zum Teil heute noch ohne grundständiges Studium der Informatik zuerkannt. Dies änderte sich erst langsam in den letzten Jahren mit vermehrten Studiengängen zum Lehramt Informatik für die Sekundarstufen I und II. Dennoch wird auch heute noch die weit überwiegende Zahl der Informatiklehrer durch Weiterbildungsmaßnahmen ausgebildet. Der Mangel an gut ausgebildeten Lehrenden existiert aber weiter. Gründe sind die viel zu geringe Zahl an Studienanfängern, unzureichende Einstellungskorridore, die ein Studium für Interessenten schwer planbar machen, die Abwanderung von Absolventen in attraktive Bereiche der Wirtschaft, aber auch ungeeignete Studienkonzepte. Schwachpunkte im zuletzt genannten Feld möchte der Workshop aufzeigen und diskutieren. Erkannte Mängel sind:

Um informatische Bildung in Schulen zu gestalten, müssen die Lehrenden in die Lage versetzt werden, attraktive und zeitgemäße Lehrpläne, Unterrichtsreihen und -entwürfe zu gestalten und entsprechend der dynamischen Entwicklung der Informatik fortzuentwickeln. Ferner müssen sie die Fähigkeit erwerben, das interdisziplinäre Potential der Informatik in Zusammenarbeit mit den anderen Schulfächern freizusetzen. Das kann mit wissenschaftstheoretischen Erkenntnissen zur Charakteristik des Faches und seinen Innen- bzw. Außenbeziehungen (Fundamentale Ideen) gefördert werden. Bisher finden sich dazu Ansätze in der Didaktik der Informatik. Dies genügt aber noch nicht, vielmehr müssen zentrale curriculare Normen, Strukturbeziehungen der Wissenschaft und methodische Vorgehensweisen den gesamten Lehramtsstudiengang selbst durchsetzen. Denn nach einem bekannten Bonmot unterrichten Lehrkräfte ja nicht nur so, wie man es sie lehrt, sondern auch so, wie sie selbst ausgebildet und unterrichtet worden sind.

Ein Lehramtsstudium besteht aus Studienleistungen in zwei Fächern. Während jedoch bei den meisten Diplomstudiengängen Informatik zur Förderung der Anwendungskompetenz ein Neben-/Anwendungsfach studiert werden muß, das mehr oder weniger mit dem Informatikstudium verknüpft ist, stehen im Lehramtsstudium beide Studiensäulen lose nebeneinander. Chancen, die sich aus der Verknüpfung der beiden Fächer und der jeweils studierenden Lehrkräfte ergeben können, werden kaum wahrgenommen. Dazu bieten sich Praktika und Projekte mit Teilnehmern beider Fächer an, die für die Lernenden beider Disziplinen den Charakter von success stories einnehmen und zur späteren Übertragung auf den Schulunterricht befähigen und ermutigen.

Beiträge zum Workshop

Ziel des Workshops war es, den Erfahrungsaustausch zu allen Formen der Lehrerbildung Informatik zu fördern. Der Schwerpunkt lag auf Konzepten zur grundständigen Ausbildung von Lehrkräften in Informatik. Daneben wurden auch Aspekte der Lehrerfort- und -weiterbildung behandelt.

Zum Workshop wurden insgesamt 10 Beiträge eingereicht, die zu zwei Schwerpunkten zusammengestellt wurden:

Informatik für alle Lehrämter

Lehramt Informatik Kurzfassungen der Beiträge können unter http://didaktik.cs.uni-potsdam.de/WorkshopLehrerbildung2000 nachgelesen werden. Ausgewählte Beiträge werden darüber hinaus nach Begutachtung in überarbeiteter Form in der elektronischen Zeitschrift "informatica didactica - Zeitschrift für fachdidaktische Grundlagen der Informatik" (http://didaktik.cs.uni-potsdam.de/InformaticaDidactica) erscheinen.

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