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Grundlegende Unterrichtskonzepte der Informatik und ihre Umsetzung in der zweiten Phase der Lehrerinnenausbildung. Zur Verzahnung von Theorie und Praxis.

Sanna Nuttelmann1 , Martina Rux, Josef Danicic, Martin Emonts-Gast, Volker Grubert, Ludger Humbert2

Die Vorstellung grundlegender Unterrichtskonzepte der Informatik und Überlegungen zur Umsetzung in konkrete umsetzbare Unterrichtsreihen ist eine Aufgabe der fachdidaktischen Arbeit. Die Forschung in diesem Bereich liefert aus historischen Gründen bisher kaum empirisch abgesicherte Erkenntnisse, die ausbildungsrelevante Umsetzungen gestatten. Aus diesem Grund muss die Arbeit im Fachseminar Informatik am Studienseminar - in der zweiten Phase der Lehrerausbildung - ohne hinreichende fachdidaktische Basis gestaltet werden.

Den auszubildenden Referendarinnen fällt die Aufgabe zu, ihre fachlichen Fähigkeiten, die sie sich in der ersten Phase erfolgreich angeeignet haben, in konkrete unterrichtliche Lehr-/Lernsequenzen umzusetzen - häufig genug, ohne Beispiele in ausreichender Zahl kennengelernt zu haben. Die Schulsituation ist sowohl durch Richtlinien und Lehrpläne, aber auch durch schulinterne Curricula vorbestimmt. Nicht zuletzt müssen bei parallel angebotenen Kursen in der gymnasialen Oberstufe die Schulinteressen berücksichtigt werden, damit eine Zusammenlegung von Informatikkursen nach dem 11. Jahrgang möglich wird.3 Um Reibungsverluste zu minimieren, sind viele Referendarinnen angesichts dieser Situation gezwungen, sich den "gegebenen" Strukturen anzupassen. Diese Erfahrung setzt sich auch nach der erfolgreichen Ausbildung fort. Da die Kollegen, die die Informatik in der Schule vertreten, nicht regulär ausgebildet wurden, muss jede Innovation vorher für diese Kollegen "motiviert" werden.

In den Jahrgangsstufen 12 und 13 hingegen werden häufig "Experimente" auch von den Fachkolleginnen gern' gesehen, erfahren sie doch auf diese Weise etwas über die unterrichtliche Umsetzung neuer Konzepte.

Auf unterschiedliche Weise erhalten Referendarinnen Gelegenheit, schulinterne Fortbildungen (nicht nur zur Nutzung des schulischen Intranet) zu Informatikthemen durchzuführen. Auf diese Art wird der Fortbildungsnotstand im Bereich des Schulfachs Informatik zumindest für die konkrete Ausbildungsschule abgemindert. Inzwischen gelang es auch, die Bezirksregierung davon zu überzeugen, dass Referendarinnen die für die Planung von Fortbildungsmaßnahmen zuständigen Kollegen (i. d. R. keine ausgebildeten Informatiklehrer) fortbilden.

Da in den Ausbildungsschulen, bis auf eine einzige Ausnahme, keine vollausgebildeten Ausbildungslehrerinnen das Schulfach Informatik vertreten, sind die Referendarinnen auf sich gestellt und werden oft gefordert, ihre Einschätzung zum Maßstab zu machen4, oder Fragen bezüglich der Fachdidaktik zu beantworten: "Was sagt das Fachseminar Informatik denn dazu?" Dies bezieht sich durchaus auch auf Fragen, zu denen in der ersten Phase der Lehrerausbildung nicht qualifiziert wird. Ein gravierendes Beispiel stellen dabei Ausstattungs- und Adminstrationsfragen dar: "Welche Hard- und/oder Software sollen wir hier an der Schule beschaffen?" Alles, was in irgendeiner Weise mit dem Computereinsatz (auch in anderen Fächern, ja sogar in der Schulverwaltung) zusammenhängt, sollen die Referendarinnen einschätzen und beurteilen können.

Dennoch findet Innovation durch Ausbildung statt. Durch die Dokumentation von Ausbildungsergebnissen wird verdeutlicht, wie unter den aktuellen Bedingungen das Schulfach Informatik verantwortlich gestaltet werden kann. Es werden erprobte und realisierte Elemente aus dem Kontext der Ausbildung im Studienseminar vorgestellt.


Fußnoten:
1 Immanuel-Kant-Gymnasium, Dortmund
2 Studienseminar für das Lehramt für die Sekundarstufe II, Hamm
3Das heißt: der Kenntnisstand und die Interessen der parallel unterrichtenden Kollegen sind der Maßstab für Innovation im Schulfach Informatik.
4Dies stellt i. d. R. eine Überforderung dar.

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