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Informatik - Allgemeinbildung für alle Lehrkräfte

Peter Hubwieser, TU München

Die Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten, Informatik ab 2002 zum Pflichtfach an allen Gymnasien zu machen, kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn rechtzeitig genügend Lehrkräfte mit entsprechender Ausbildung zur Verfügung stehen. Wegen der begrenzten Möglichkeit für Neueinstellungen muss das zu einem großen Teil über Nachqualifikationsmaßnahmen vor sich gehen, an deren Ende die volle Fakultas in Informatik steht. Unterhalb dieses höchstmöglichen Abschlusses, der allein zur Erteilung von Informatikunterricht in der Oberstufe berechtigt, sollen diese Nachqualifikationen zu zwei Vorstufen der Fakultas führen. Die erste Stufe qualifiziert ihre Absolventen zur Erteilung von Wahlunterricht und zum kompetenten Einsatz von Informatiksystemen in ihrem jeweiligen Unterrichtsfächern. Ein Bestehen der mittleren Stufe führt zur Lehrerlaubnis für den Anfangsunterricht in Informatik.

Auf der Grundlage von Präsenzveranstaltungen ist diese Maßnahme wegen ihres großen personellen Umfangs nicht zu realisieren, deshalb wird zusätzlich im Rahmen NELLI-Projektes (netzgestützter Lehrverbund zur Lehrerausbildung in Informatik) eine virtuelle Weiterbildung angeboten werden.

Solchen virtuellen Angeboten kann jedoch nur dann ausreichender Erfolg (d.h. Akzeptanz durch genügend viele Lehrkräfte) beschieden sein, wenn sie den Lernstoff in einer dem Medium angemessenen Weise auf unterschiedlich detaillierten Darstellungsebenen, spannend, passend portioniert und gut verständlich darbieten sowie zusätzlich eine Kursbegleitung per E-Mail sicherstellen. Um ein vorzeitiges Aufgeben der Teilnehmer zu verhindern, sollte ein attraktives Thema als „roter Faden“ durch den gesamten Kurs führen. Damit die aufgewendete Lernzeit so effizient wie möglich genutzt wird, muss jede Lerneinheit so viele Lernebenen wie möglich ansprechen, wie es z.B. die Modellierung häufig verwendeter konkreter Informatiksysteme mit Hilfe abstrakter informatischer Konzepte ermöglicht.

Eine mögliches virtuelles Angebot mit dem roten Faden "Kommunikation über Netze" könnte z.B. die folgende Struktur haben:

1. Wie erzeugt man Dokumente für die elektronische Kommunikation?

2. Welche zeitliche und räumliche Grobstruktur haben die beteiligten Kommunikationssysteme? 3. Wie interagiert man mit solchen Systemen? 4. Wie funktionieren die Systeme intern? (Programme, Übersetzer, Prozesse) 5. Wie verlaufen die Kommunikationsprozesse zwischen den einzelnen Komponenten?
 

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